Bilstein Ultra-Marathon 2016 - hart aber herzlich

Ein paar Tipps zur Ausrüstung und Infos zur Veranstaltung habe ich unter dem Text noch ergänzt.


Fast einen Monat musste ich nach dem Braveheart Battle auf meinen nächsten Wettkampf warten. Aber endlich war er da, der ersehnte Tag, an dem der erste Richtige Ultra für mich stattfindet. Bilstein ruft zur 6. Auflage nach Kleinalmerode. Die Tage zuvor verbrachte ich natürlich damit, meine Ausrüstung sorgfälltig am Boden im Schlafzimmer aufzureihen, sowie die Zeiten für Aufstehen, Frühstück, Abfahrt und Startnummernabholung zu planen. Dank Google-Earth kann man sich ja auch ein schönes und genaues Bild der Situation Vor-Ort machen und so noch besser planen, was Parken und Hotspots angeht.

Dank einer gut funktionierenden Warteliste für Nachrücker, hat auch mein Laufkollege Robert den Weg in das Startfeld gefunden. Wir waren für 7:00 Uhr am Renntag bei der Startnummernausgabe verabredet. Wie es der Zufall wollte, parkten wir aber direkt auf einem Parkplatz am Startgelände nebeneinander. Als ich aus dem Auto ausgestiegen bin sah ich jemanden im Fahrzeug neben mir, auf dem Fahrersitz schlafen. Ich drehte mich schon ab, realisierte aber dann im Unterbewusstsein doch noch das Piratensymbol auf dem Pully. "Das kann doch nur Robert sein...", dachte ich mir gleich und klopfte mal am Fenster. Tatsächlich er war es. Zufälle gibt es.

Kurz vor 7:00 Uhr konnte man schon seine Startnummer gegenüber dem eigentlichen Start abholen. Ganz professionell und super gut gelaunt war das Team vom Bilstein Marathon an diesem etwas trüben und verregneten Morgen aufgestellt.

 

Die gesamte  Autofahrt hatte es geregnet und ich hatte mich die Fahrt über schon auf einen sehr nassen Lauf eingestellt. Aber manchmal hat man eben auch Glück. Die Wolken hatten den restlichen Tag dicht gehalten. Zwei drei mal hat sogar kurz die Sonne hervor gespitzt und man konnte spüren wie heiß es hätte werden können an diesem Tag. Irgendwie war ich dann doch froh über das bewölkte Wetter, auch wenn ich mehr der Sonnenläufer bin. 

Wie ihr ja schon in einem vorherigen Bericht zum Bilstein lesen konntet, bieten die hier einen ganz besonderen Service. Weit über 200 Kuchen und Torten stehen für die Teilnehmer und Gäste bereit. So auch schon ganz früh, für die Läufer, die noch etwas frühstücken müssen ;-) Lecker und verlockend sehen die Torten aus, aber vor einem Lauf kann ich mir das persönlich nicht vorstellen ;-) Ich denke ich würde dann bei den Torten hängen bleiben. Also für mich heißt das, lieber bei der bewährten Wettkampfernährung bleiben und lieber nach vollendeter Arbeit einen Kuchen genießen.

Wer die Postings von Robert so verfolgt, weiss ja genau, dass er mehr so der Kuchen- & Tortenesser ist. Manchmal hat man sogar den Eindruck, er bekommt gar nichts anderes als Kuchen und Torten ;-)

 

So gönnt er sich zum Frühstück und der Pre-Stärkung vor dem Wettkampf einen Kaffee mit was? Natürlich einem Stück Torte ;-)

 

Von nix kommt nix. Aha! Vielleicht sollte ich das, dass nächste mal auch mit Kuchen probieren. Schließlich war Robert doch ein ganzes Stück schneller im Ziel als ich. Mal schauen vielleicht nächstes Jahr wenn der Bilstein wieder ruft...

Kurz vor 8:00 Uhr versammeln sich alle am Startbogen. Die Spannung und Aufregung steigt. Nur die Moderatoren sind noch cool und gelassen und jagen einen Scherz nach dem anderen durch das Mikrofon. Und schon kann es losgehen. Achtung und es geht beim Bilstein auch richtig los. Mit über 12,5km/h preschen wir Läufer durch das Dorf die ersten Anstiege hoch und ich denke mir nur, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann. Aber jeder, wirklich jeder zieht mit. Das ist jedenfalls der optische Eindruck, da ich ja vorne mit dabei bin ;-)

 

Nach so 20km wird es langsam schwer für mich. Die Luft durch die schnelle Anfangsgeschwindigkeit ist raus. Inzwischen bin ich auf knapp über 10km/h eingebrochen. Die Stimmung ist bei mir zur Zeit aber noch ganz gut. Das soll sich aber leider noch drastisch ändern... Denn wenn ich über die Jahr ein was gelernt habe, dann dass es sich recht, wenn man zu schnell losläuft. Aber wie heißt es so schön "never give up". Und so probiere ich es fleißig und munter immer wieder aufs Neue ;-) Und wisst ihr was! Irgendwann wird es auch mal funktionieren. Ich bin ja schon deutlich schneller geworden. Nur das Tempo länger als 20km zu halten ist für den Anfang noch etwas kniffelig. Aber mit der Zeit wird das schon ;-) Ich bin ja schließlich erst 38 und habe somit noch viel Zeit, mich weiter zu entwicklen ;-) Spätestens so mit 60,70,80 dürfte ich mich so weit entwickelt haben, dass ich in meiner Altersklasse den ersten Platz abräume. Alles nur eine Frage der Zeit... So weiter geht es im Text...

Immer schön sind die rasanten Trailabschnitte beim Bilstein. Anstiege gibt es auch und die ziehen sich gewaltig lange hin. Manchmal oder besser gesagt, des öfteren, hat man das Gefühl, die finden gar kein Ende mehr! Besonders den Bilstein auf den letzten 20-15km, zieht sich sehr sehr lange hinauf. Einen Vorteil hat es aber. Es geht auch lange lange wieder runter. Man kann sich toll rollen lassen und wieder Zeit und Plätze gut machen. Also die Anstiege auf keinen Fall negativ sehen. Gewinnt denen was positives ab. Denn wo es hoch geht, geht es ja bekanntlich auch wieder runter.

Die Veranstalter haben stellenweise wirklich tolle Hotspots und Single-Trails eingebaut.

Ein großes Lob auch an die Verpflegungsstellen. Hier dürfte jeder seine Lieblingssachen gefunden haben. Von Wasser über ISO zu Cola alles geboten. Sogar an Salz wurde gedacht. Und ein besonderes Leckerli waren die Mini-Mohrnköpfe ;-) ** lecker ** Wer Gels oder ähnliches vergessen hatte - konnte sich sogar damit bestens versorgen. Alles in allem also perfekt aufgestellt. Besonders lecker war es dann an den letzten 3-4 Verpflegungsstellen. Die haben mir einfach den Tag und das Weiterlaufen gerettet. Leider musste man trotzdem mal wieder weiter... Den wer rastet der rostet!

An dieser Stelle möchte ich eine Warnung aussprechen, dass es euch nicht so ergeht wie mir.

 

Dieses Schild gilt nicht für uns Läufer! Das hatte  ich nicht gewusst. Deshalb habe ich mir meine ganze Laufzeit kaputt gemacht, da ich bis zum Ende auf das Aufgehoben-Schild gewartet habe und nicht über 10km/h gerannt bin.

Aber es einfach keines. Im Ziel wurde mir dann von der Rennleitung auf Grund meiner Beschwerde erklärt, dass dieses nur für Kraftfahrzeuge gültig ist ;-)

 

Das passiert mir nächstes Jahr nicht mehr ;-)

 

** Spaß am Rande muss auch mal sein **

Man trifft auch immer bekannte Gesichter bei solchen Veranstaltungen. Hier zum Beispiel Joe. Das erste mal habe ich ihn beim 1. Braveheart Battle in Münnerstadt kennen gelernt. Dann haben wir uns mal wieder beim 1. MTUT gesehen und jetzt hier...

 

Wir werden uns sicher noch öfters über den Weg laufen, den es sind ja eh fast immer die gleichen die man auf den Veranstaltungen antrifft ;-)

Einen richtigen Tiefpunkt hatte ich so ab KM 32 würde ich sagen. Wenn es dann irgendwo noch die Möglichkeit gegeben hätte auf die 42km Distanz zu wechseln hätte ich das gemacht. Und etwas später wäre ich auch zum Start zurückgelaufen, wenn ich gewusst hätte wo ich bin. Aber zum Glück kam weder eine Umstiegsmöglichkeit noch ein Wegweiser zurück nach Kleinalmerode. So musste ich weiter kämpfen und wurde zum Schluss mit dem Ziel belohnt. Denn ab KM 50 lief es wieder sau gut.

Die letzten 15km konnte ich richtig Gas geben und sogar noch den einen oder anderen Läufer überholen und wieder Zeit gut machen. Das Ziel war vor meinen Augen (im Kopf jedenfalls). In der Realität zieht es sich doch noch ganz schön bis zum Ziel.

Und nach den letzten Metern und einem richtigen Endspurt bin ich glücklich im Ziel eingelaufen. Im Zielbereich war sogar richtig Stimmung und viele Zuschauer feuerten uns Läufer im Zieltunnel an. Die Zeiterfassung geschieht ohne Transponder - hier word noch richtig klassisch die Zielzeit von jedem Läufer manuell an die Zeiterfassung übermittelt...

An Essen war erst einmal nicht zu denken. Ich war völlig ausgelaugt. Im Auto wartete eine Flasche Cola auf mich. Diese hatte ich extra am Vortag besorgt und bereitgestellt. Zudem ein Snicker für Sofort-Energie. Das tat echt gut. Da auch Robert schon abgereist war, machte auch ich mich, nach einer kurzen Verschnaufpause auf den Heimweg.

Ausrüstung

Beim Bilstein Ultra bedarf es nicht viel. Die Verpflegung ist optimal. Empfehlen kann ich, Gels mit zuführen sowie ausreichend Flüssigkeit.

 

Ich selber hatte dabei:

  • Laufrucksack 12L Salomon (5L würde auch reichen)
  • Regenjacke
  • Erste-Hilfe Set (sollte immer dabei sein!)
  • 2 x 500ml Soft-Flaschen (Salomon)
  • 5 x UltraSports Gel (Cola mein Favorit)
  • 1 x UltraSports Riegel
  • 1 x UltraSports Chip
  • Smartphone (sollte auch immer dabei sein)
  • eventuell Foto/Musik wer mag

Trailstöcke sind aus meiner Sicht nicht notwendig. Kleidung hatte ich bei dem schlechten Wetter (ca. 9°):

  • kurze Trail-Hose
  • First-Layer (kurzes Hemd - Baumwolle/Merino)
  • Second-Layer (Salomon Laufshirt)
  • Calves
  • Cap (viele Läufer hatten dünne Mützen)

Rand-Infos

  • Parkmöglichkeiten gibt es mehr als genug im Ort. Entweder der Sammelparkplatz oder wenn man früh genug da ist sogar direkt am Startbereich.
  • Für die Zeiterfassung gibt es kein Transpondersystem.
  • Die Strecke ist perfekt markiert und gekennzeichnet
  • Start & Startnummernausgabe liegen direkt nebeneinander und sind gut gekennzeichnet
  • Frühstück, After-Lauf-Kuchen, Toiletten im Bürgerhaus
  • Direkt am Start zusätzlich Dixi-Klos


Homepage vom Veranstalter

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